Zum Mitnehmen, bitte.

6.1.2017

Die Katze im Sack zu kaufen, ist sprichwörtlich nicht zu empfehlen. Aber wenn die Katze hübsch verpackt, gut zu tragen und praktisch transportfähig wäre, ließe sich darüber reden. Es geht um den Sack. Entspricht der Sack meinen Vorstellungen und überzeugt, ist die Katze mit gekauft. So einfach ist es nicht, natürlich. Es geht doch hier ums Essen. Essen will heute verpackt werden. Essen will mitgenommen werden und da gegessen werden, wo ich es will. Heiß soll es sein, appetitlich aussehen, gut und praktisch für unterwegs und den Transport  und es muss im Idealfall umweltfreundlich sein. Ganz schön viele Ansprüche. An die Katze, aber vor allem an den Sack.

 

 

Wir erleben, nicht zuletzt durch die räumlichen Engpässe in unserem Laden, dass unsere Speisen immer mehr außerhäusig gegessen werden. Es freut uns natürlich sehr, dass unsere Kunden sich dazu entschließen, das Bestellte mitzunehmen, auch wenn sie keinen Sitzplatz gefunden haben oder es ihnen vielleicht zu laut ist. Aber der Verbrauch der Verpackungsmaterialien ist in jedem Fall angestiegen. Ja, wir haben hier mit Alufolie und Plastik gearbeitet und so ganz können wir auf Styropor und Kunststoff hinsichtlich des Warmhaltens nicht verzichten. Und daher haben wir uns im letzten Sommer für eine umweltfreundlichere Verpackung unserer Speisen stark gemacht. Seitdem arbeiten wir ausschließlich mit Papiertüten. Viele Kunden verzichten vorbildlich sogar ganz auf Tüten oder bringen eine eigene mit. Kompostierbare Pappboxen und Schalen erweitern das Sortiment, Holzbesteck liegt ebenso in unseren Regalen.

 

 

 

Es sind nicht nur die zig Milliarden Kaffeebecher, die jährlich in Deutschland zu einem minütigen Einsatz kommen. Die verpackten Speisen, die eine umfangreichere Verpackung brauchen, sind im Kaffee-ToGo-Becher-Mecker-Dunst etwas untergegangen. Pfandschalen sind eine gute Alternative, allerdings haben wir keine allzu guten Erfahrungen gemacht. Sie kamen schlichtweg nicht zurück. Natürlich würden wir die Gerichte gerne in die mitgebrachten Gefäße der Kunden abfüllen, aber hier sind uns vom Gesundheitsamt die Hände gebunden. Die hohen Hygieneauflagen erlauben das Abfüllen nicht. Gefäße könnten verunreinigt sein, dem Kunden schaden und dann im schlimmsten Falle auf den Bereitsteller der Speisen, also uns, zurückgeführt werden. Eine unsagbar bürokratische Hürde, die wir da vor uns haben. Von Vertrauen keine Spur.

 

 

Das gute Gewissen zum Mitnehmen ist für unsere Kunden und uns ein wichtiges Thema, an dem wir weiter arbeiten möchten. Natürlich gibt es bereits vorbildliche Produkte, die aus biobasierten Kunststoffen, Abfallstoffen, Holz und Bambus hergestellt werden, allerdings sind diese im Einkauf sehr kostspielig und ohne merkbare Preiserhöhung nicht umsetz- und einsatzbar. Wir bleiben aber dran und sind dankbar für Empfehlungen und Anregungen.
Aber wir denken, dass unsere Verpackungen schon recht gut die Idee und die Qualität unserer Speisen verkörpern. Man könnte sagen: Es ist nicht alles hübsch, was glänzt. Eine Katze im kompostierbarem Sack mit Schleife trifft es ganz gut. 

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