Das Ei in HEImatsünde

12.9.2017

Was haben die Beastie Boys, Smashing Pumpkins, Flaming Lips, Tom Waits, Guided By Voices und die Beatles gemeinsam? Alle eint eine lyrische Vorliebe für das Ei. Die Heimatsünde teilt gleichermaßen eine kulinarische Liebschaft für das tierische Produkt. Was wären unsere Quiches, unsere Spätzle, Pfannkuchen, Süßspeisen ohne das Ei? Das reine, anfängliche und fundamentale am Ei spiegelt sich (haha) auch in seiner Rolle als Nahrungsmittel wider. Kaum ein Kulturkreis auf der Welt, der das Ei nicht zum Grundnahrungsmittel hat. Südkoreas Bibimbap, Ottolenghis Komfort-Food, Nationalküche im Balkan, der Slowakei, das feine, schaumige Menemen vom Bosporus, oder… das deutsche Fünfeinhalbminuten-Frühstücksei – ohne Dotter und Eiweiß fehlt einfach etwas.

In den letzten Wochen hat das Ei in den Medien um den Fipronil-Skandal nicht an Begeisterung gewinnen können. Dabei ist es doch der Produzent – und hier ist nicht die Legehenne gemeint –, der für diesen Imageverlust des Eis gesorgt hat. Die Eier, die in der Heimatsünde verarbeitet werden, kommen vom Hof Alpermühle in Nümbrecht. Im Gegensatz zu den Fipronil-belasteten Eiern, sind die Eier vom Hof Alpermühle gänzlich frei von diesem Insektizid. Hier arbeitet man mit Weißöl, um die kleinen Plagegeister (Milben) auf einem für Deutschland zugelassenen Niveau zu halten. Mechthild und Andreas Klose setzen in ihrer Erzeugergemeinschaft auf Bio-Betriebe und die artgerechte Haltung ihrer Legehennen.

Diese Qualität ist täglich bei uns in der Küche zu sehen, spüren und schmecken. Es ist also an der Zeit, eine Lanze für die gute Hennen- und Eiproduktion in der Region zu brechen. Nicht nur in der Popkultur, sondern hochkulturell kommt dem Ei, vor allem in Präsenz eines Hühnereis, eine lange und mystisch aufgeladene Ideengeschichte zu:  Das Ei des Kolumbus stellte die Wissenschaftsgeschichte auf den Kopf, die philosophische Logik zerbricht sich am Henne-Ei-Problem bis heute das Hirn, in nicht-christlichen Religionen fallen Ur-Gottheiten und Ungeheuer aus „Ur-Eiern“ und bringen den Weltenlauf ins Rollen, und quer durch alle Kunstepochen findet sich das Ei als Symbol der Fruchtbarkeit wieder. Bis heute, wo das Ei nicht zuletzt seit Heinz Strunks Fleisch ist mein Gemüse, als die Mucker-Mahlzeit für Zwischendurch durch den zerstörerischen „Ei-Appetit“ ankündigt.

Auch sozial ist das Ei flexibel und anpassungsfähig. Die Gourmetküche greift auf diese hochwertige Proteinbombe mit der selben Ehre zurück wie die Studentenbude. Da das Ei wie kaum ein anderes Lebensmittel so schön und archaisch ist, hat es sich in der Menschheitsgeschichte durch die vielfältige Nutzung als Bindemittel, Sattmacher, Back-Schmuck, Geschmacksträger oder Hauptgericht unsterblich gemacht. Daher ist es aus unserer Küche gar nicht wegzudenken.

Ein Besuch in Nümbrecht lohnt sich. Eine Patenschaft für einen Bruderhahn, der nicht direkt nach dem Schlüpfen wieder eingeschläfert wird, wird dort auch angeboten. Wir als Paten eines solchen Hahns und als Verbraucher der Bio-Eier vom Hof Alpermühle können uns über diese Produkte sehr glücklich schätzen.

Mehr auf www.dein-land-ei.de
Bilder: Hof Alpermühle

 

 

 



 

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